Risiko bei Zusammenarbeit mit chinesischen Vermittlern /Agenten

Erfahrungen beim Import aus China

07.10.2020

Ein Neukunde meldete sich bei uns, da er in China beinahe fast 70 000 Euro verloren hätte. Er wollte Fogger (Vernebelungsgeräte) aus China importieren. Dazu hatte er eine Suchanzeige aufgegeben und eine Einkäuferin die sich als Experte für den Einkauf aus China nach Deutschland ausgab, meldete sich bei ihm.  Die chinesische Einkäuferin behauptete das gültige Zertifikate vorlägen und die Typenschilder für den Import aus China nach Deutschland ausreichend seien, ebenfalls das Handbuch, dass Sie bereits auf Deutsch übersandte. Der Kunde musste nur noch seine eigene Modellbezeichnung und sein Logo einfügen.

Die Einkäuferin übersandte dem Kunden ein Angebot eines angeblichen chinesischen Herstellers über 75 USD pro Gerät. Eine Provision wollte die Einkäuferin nicht gesondert, was dem Kunden aber nicht wunderte, da er sich in dem Bereich nicht auskennt und annahm, dass es üblich ist, dass die Vermittler vom Lieferanten eine Provision erhalten.  Er bestellte einen 20FCL mit 850 Geräten zu einem Gesamtpreis von 63 750 USD. Bei einer Zollbeschau die im Hamburger Hafen angeordnet wurde, gab es diverse Einwände Seitens der Produktsicherheitsbehörde (Typenschild unzureichend, Anwendung falscher Richtlinien und Normen, im Endeffekt Geräte nicht einfuhrfähig).  Die chinesische Einkäuferin bestand weiterhin darauf, dass alles richtig sei und alle anderen Kunden die Geräte problemlos durch den Zoll bekommen. Daher wandte sich der Kunde an uns, um Unterstützung zu erhalten.

Die Vermittlerin ignorierte sämtliche Emails, so dass wir uns direkt an den angeblichen Hersteller gewandt haben. Dieser teilte aber mit, auch nur Vermittler zu sein.  Er teile uns aber die Daten des Herstellers mit. Dieser teilte uns mit und zeige uns auch im Email-Verkehr, dass von der Einkäuferin explizit Geräte ohne CE Konformität eingekauft wurden, da die chinesische Vermittlerin Geld sparen wollte, Einkaufspreis für die Vermittlerin lag bei 30 USD. Der Kunde hatte sich mit einem Zertifikat zufrieden gegeben, welches lediglich bescheinigt, dass die chinesische Handelsfirma erklärt, dass das Gerät CE konform sei, ohne irgendwelche Nachweise über die Konformität zu verlangen. Nach dem Gespräch mit der Handelsfirma (eine chinesische Import & Export Firma) erklärte dieser, von der chinesischen Einkäuferin beauftragt worden zu sein, den Preis auf 75 USD zu erhöhen, er selbst habe nur 3 % vom EK von 850x 30 USD = 765 USD erhalten zu haben, der Rest sei an die chinesische Einkäuferin ausgezahlt worden. Wir konnten erreichen, dass der chinesische Händler und der Hersteller in China die Geräte zurücknehmen, die der Kunde allerdings auf eigene Kosten zurückschicken muss.  Die Rückerstattung ist somit bei 26 265 USD. Die Differenz von 37 485 USD hat sich die chinesische Einkäuferin in die eigene Tasche gesteckt. Mit den  Versandkosten (hin und zurück) die der Kunde hatte, ist der Schaden bei über 40 000 USD.

Wir konnten somit aber mehr als 30 % des bezahlten Betrags für den Kunden zurück erlangen, gegen die Vermittlerin wurde Strafanzeige gestellt. Angeblich hat Sie das Geld bereits investiert und zahlt mittlerweile zumindest in monatlichen kleinen Raten zurück.

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